Ernährung der Barti´s

 

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Bartagamen sind so genannte 'Ansitzjäger'. Das bedeutet, dass sie nicht wie einige andere Tiere den ganzen Tag auf der Suche nach Nahrung sind. Sie sitzen größtenteils auf einem Fleck und warten bis sie etwas Fressbares sehen (sie haben einen sehr ausgeprägten Sehsinn). Als omnivore (= Bezeichnung für alles fressende Tiere s. Fachbegriffe) Tiere sind sie auch nicht wählerisch. Sie fressen sowohl Pflanzen, was wichtig für die Vitaminversorgung ist, als auch tierische Nahrung, die die Tiere mit Eiweißen versorgt. 

Allerdings ernähren sich Jungtiere überwiegend von Tieren , während bei adulten Bartagamen vorwiegend pflanzliche Nahrung auf dem Speiseplan steht. Trotz Terrarienhaltung sollte man sich auch an diese natürliche Vorgabe halten, da die Tiere sonst schwer erkranken können. 

Jungtiere sollten in den ersten Monaten, in denen sie noch sehr stark im Wachstum sind, täglich mit Lebendfutter versorgt werden. Pflanzliche Nahrung sollte aber in jedem Alter angeboten werden, weil es nicht einfach ist die Tiere von tierischem auf pflanzliches Futter umzustellen, wenn sie als Jungtiere nie mit Salat o.Ä. in Berührung gekommen sind. Im jungen Alter bekommen die Tiere noch jeden Tag 4-6 maulgroße Heimchen oder kleine Schaben. Ab 6 Monaten nur noch 1-3-mal die Woche. Es wird sowohl in den Tagen wo es Lebendfutter gibt, als auch in den Tagen dazwischen immer ein „Grüner Teller“ angeboten. Ab einem Alter von ca. 6 Monaten sollte man jedoch einen Fastentag in der Woche einführen, an dem es weder Grünes noch Lebendfutter gibt. 

Viele Halter wundern sich warum ihre Bartagame nur selten oder gar nicht an die Wasserschale geht. Bartagame müssen nicht trinken, da alles, was sie an Feuchtigkeit durch die Nahrung bekommen, ausreichend ist. Dennoch sollte ein Wassernapf, der mindestens so groß ist das sie sich baden können, nicht fehlen. Wenn man die Tiere ab und zu mal mit einer Sprühflasche mit etwas nicht zu kaltem Wasser besprüht, kann das nicht schaden. Dies sollte man aber auf keinen Fall zu häufig machen, da es die Luftfeuchtigkeit in die Höhe treibt und die Bartagame unnötigem Stress ausgesetzt wird.


Futtertiere

Man sollte, was das Lebendfutter angeht, ruhig etwas Abwechslung rein bringen. Möglichkeit dazu gibt es ja genug, man kann Heimchen, Grillen, Schaben und Heuschrecken eigentlich in jeder Größe in einem normalen Zooladen bekommen. Des Weiteren gibt es diverse Internetanbieter die auch Futter liefern. Die Futtertiergröße sollte nach Möglichkeit nicht die Maulgröße der Bartagame überschreiten.

Die Futtertiere sollten einige Tage vor der Verfütterung etwas angefüttert werden, da sie sonst kaum einen Nährwert haben. Dies kann man mit z.B. Salat, Zucchini usw. , also mit eigentlich Allem was unsere Bartagame auch essen dürfen oder man bestäubt sie mit Vitaminpulver.

Mehlwürmer, Zophobas und Wachsmottenlarven sollte man in der Regel gar nicht oder nur äußerst selten verfüttern, da ihr Fettgehalt zu hoch ist. Eine zu häufige Verfütterung kann zu schweren Leberschäden führen!

Die meisten Halter stehen anfangs vor dem Problem, wieviele Futtertiere sie pro Fütterung ins Terrarium geben sollen. Überall liest und hört man was anderes. Leider kann man schwer genaue Empfehlungen dazu geben und man bekommt es nur durch Beobachtung und Erfahrung heraus. Falsch ist auf Jedenfall, dass man ihnen soviel geben sollte, wie sie fressen können. In der Natur überwältigen sie alles, was sie kriegen können, weil sie nie wissen, wann es wieder was gibt. Solch eine Fütterung führt kurzfristig oft dazu, dass die Bartagame sich übergibt und langfristig zu Verstopfung und Übergewicht. Man muss also seine Bartagame genau beobachten, wie ihr Ernährungszustand ist um zu entscheiden, ob man die Futtermenge erhöht oder reduziert.

Wenn am Abend noch nicht alle Futtertiere gefressen wurden, sollte man zumindest die meisten entfernen, da diese über Nacht die Bartagame anknabbern könnten. Dies kann zu schweren Entzündungen führen. Sollte man jedoch nicht alle entfernt bekommen, so sollten man vor der Nachtruhe frisches Wasser und Grünzeug in Terrarium stellen. So werden Die Futtertiere das Grüne bevorzugen. Außerdem kann das Zirpen der Heimchen schlaflose Nächste bereiten.

Man kann die Futtertiere in einem kleinem Terrarium oder einer großen Faunabox aufbewahren oder züchten.


Pflanzliche Nahrung

Ein „Grüner Teller“ sollte jeden Tag angeboten werden. Zu viel geben kann man nie, da Bartagamen beim Grünfutter wissen wie viel ihnen gut tut. Beim Lebendfutter ist das ja was anderes, da sie auf Vorrat fressen, weil sie ja nicht wissen das es im Terrarium immer etwas gibt. Der pflanzliche Anteil des Futters besteht bei adulten Bartagamen bei ca. 80%.

Vor allem im jungem Alter der Bartagame, wo sie noch jeden Tag Lebendfutter bekommen, führt es oft zu Verwunderung, das sie das Grünfutter nur selten oder gar nicht anrühren, das ist aber völlig normal. Die Tiere werden sich nach der Zeit daran gewöhnen und es fressen. Dies setzt jedoch voraus, dass es wirklich jeden Tag frisch angeboten wird.

Das 'richtige' Futter ist auch nicht gerade unwichtig. Selbst beim Grünfutter kann man eine Menge falsch machen. Früchte wie zum Beispiel Äpfel haben einen sehr hohen Säureanteil, der für den Magen einer Bartagame nicht geeignet ist. Die meisten Kohlarten zum Beispiel sind sogar äußerst giftig.

Sehr gut eignet sich zum Beispiel Lolo Rosso, Zucchini, Ruccula… Auch ungedüngte und ungespritzte Pflanzen aus dem eigenem Garten können verwendet werden. Aber auch hier nicht alles. Gut eignen sich Löwenzahn (inklusive Blüte), Gänseblümchen, Kapuzinerkresse inklusive Blüten, Acker- und Zaunwinde.


Futtertiere  

Grillen 

Heimchen (Acheta domestica)

Zweifleckengrille (Gryllus bimaculatus)

Steppengrille (Gryllus assimilis)

Gebänderte Grille (Gryllodes sigillatus)

Schaben 

Argentinische Waldschabe (Blaptica dubia)

Totenkopfschabe (Blaberus craniifer)

Gewächshausschabe (Pycnoscelus surinamensis)

Grüne Schabe (Panchlora nivea)

Mad. Riesenschabe, Fauchschabe

Heuschrecke

Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)

Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria)

Grashüpfer 

Käfer und deren Larven 

Mehlwurm (Tenebrio molitor)

Getreideschimmelkäfer (Alphitobius Laevigatus)

Grosser Schwarzkäfer (Zophobas morio)

Fliegen

Grosse Stubenfliege (Musca domestica)

Fleischfliege (Calliphoridae)

Pflanzen

Basilikum (Blätter)

Chicorée (komplett)

Fenchel (geschnitten)

Karotten (grob geraspelt)

Keimlinge (Soja, Weizenkeimlinge)

Klee (Blätter und Blüten)

Kürbis (Blüten und Stücke)

Lauch (das Grüne in Streifen schneiden)

Löwenzahn (Blätter und Blüten, Stängel nicht verfüttern)

Paprika (Schoten in dünnen Streifen)

Sellerie (fein geraspelt)

Spitzwegerich (Blätter)

Zucchini (gehackt oder grob gerieben)

Gänseblümchen

Kohl sollte nicht verfüttert werden!

Obst

Aprikosen (Stückchen)

Bananen (Stückchen)

Birnen (Stückchen)

Brombeeren (komplett)

Erdbeeren (komplett)

Heidelbeeren (komplett)

Kirschen (entkernt)

Kiwis (Scheiben ohne Schalen)

Melonen (Fruchtfleisch in kleinen Scheiben)

Nektarinen (scheibenweise entkernt)

Orangen (Stückchen)

Papaya (Stückchen)

Pfirsiche (entkernt)

Pflaumen (entkernt)

Weintrauben (komplett)

Mango