Seilzug oder Winde?

 

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Da immer wieder Off Roader ( nicht nur Einsteiger ) vor dem Problem stehen, Winde oder Seilzug und wenn Seilzug, welche Grösse ? Vergleiche ich die beiden Geräte erst mal an Hand ihrer Vor und Nachteile.

Zuerst die Elektrische Winde:

Vorteile:
Einfache Bedienung, auch für den Einsteiger
schnelle Bergung, da wenig Rüstzeit
kein Platzbedarf im Auto nötig
keine, oder sehr wenig Körperliche Arbeit nötig
Nachteile:
hoher Anschaffungspreis
Eintragung in die Fahrzeugpapiere nötig (nicht unbedingt)
hohes Gewicht
nur am Fahrzeug verwendbar
nur in eine Richtung benutzbar
bei Ausfall der Elektrik nicht mehr benutzbar (dann iss eh alles egal

Dagegen der Greifzug:

Vorteile:
erheblich Preiswerter
erheblich leichter
in allen Richtungen nutzbar
schnell an anderen Fahrzeugen nutzbar
bei Wagenverkauf am neuen wieder nutzbar ohne Neukauf
auch für andere Zwecke zu nutzen
Nachteile:
höherer Zeitaufwand beim Bergen, da hohe Rüstzeit
Kompliziert bei der Erstanwendung( Üben )
benötigt zusätzlichen Stauraum im Fahrzeug 
verlangt z.T. hohen Körperlichen Einsatz

Das ganze in der Erklärung:

Die Winde arbeitet fast von alleine, aber das muss teuer erkauft werden. Sie frisst mit unter so viel Strom aus der Batterie, dass der Motor mitlaufen muss. Wenn dieser aber durch Defekt oder Wasserschlag der Grund der Bergeaktion ist, dann kommen Sie mit der Batterie alleine nicht weit. Klarer Vorteil ist, die Bergeaktion kann um ein vielfaches schneller durchgeführt werden, da nichts ausgepackt, zusammengebaut und auch wieder weggeräumt werden muss. Der Trophy oder Rallyfahrer wird von daher kaum auf die Winch verzichten können.

Doch wir, die “Einfachen” Abenteuerurlauber, sind mit einem Seilzug besser bedient. Er spart viel Geld bei der Anschaffung, braucht nicht beim TÜV eingetragen zu werden und aufgrund der Gewichtseinsparung kann man mehr andere Sachen mitnehmen. Außerdem kommt man im Falle einer Bergung in den Genuss Körperlicher Betätigung. Das gibt Muckis Gratis, wo andere für in der Muckibude zahlen müssen. Aber mal ehrlich, wann braucht man mal den Zug?

Nun zur Grösse des Seilzuges.

Vorweg, für ein Geländewagen um die 2,5 Tonnen reicht ein Zug mit der Nennlast von 1,6 T. aus. Die Geräte werden beim Hersteller mit 125% Last getestet, macht 2 T. Dann müssen die Sicherungsstifte im Hubhebel brechen. Das ganze ist aber mit 5 fache Sicherheit ausgelegt. Soll heissen, der Zug könnte eigentlich 5 mal soviel ziehen = 1,6x5= 8 T. !! Das im Senkrechten Hub. Damit das aber keiner kann sind eben diese Scherstifte eingesetzt. Man könnte, sollte aber nicht, diese zumeist aus Messing oder Aluminium bestehenden Stifte gegen solche aus Stahl ersetzen. Dann wird die Zugkraft nur noch durch den Muckischmalz in den Armen begrenzt. Ich will aber niemanden dazu verführen, erwähnen wollte ich es aber doch. Eine “legale” Art der Zugkrafterhöhung ist der Einsatz von einer oder zwei Umlenkrollen, doch dazu gleich mehr.

Hier erst mal eine Vergleichstabelle der Fa. GREIFZUG mit technischen Daten:

 

Übrigens haben mein Bruder und ich einen 1600 Kg Seilzug dabei. Macht mit einer Rolle 3,2 T., wiegt nur sehr wenig und hat immer gereicht. Achten Sie beim Kauf aber unbedingt auf das TÜV, GS und CE Zeichen. Nur dann hat der Zug auch wirklich die Sicherheit mit Faktor 5 . Das Seil dazu hat eine Bruchlast von 10 Tonnen.

Hier nun die vielleicht allen schon bekannten Anschlagarten der Zugkrafterhöhung: